Ernährung

Rote Beete Saft – gesund und wirkungsvoll

Rote Beete Saft

Rote Beete (Beta vulgaris) ist eine mit Zuckerrübe und mit der Mangold verwandte Rübenart. Höchstwahrscheinlich aus Nordafrika stammend, wurde die Rübenpflanze durch die Römer in den Mittelmeerländern bekannt und in Europa im 19./20. Jahrhundert als Rote Beete veredelt.

Knolle und Blätter der Gemüsepflanze verfügen über eine hohe Konzentration gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe, wie sie in anderen Gemüsesorten nicht annähernd zu finden sind. In Deutschland Jahrzehnte als Wintergemüse geschätzt, wird seit einigen Jahren dem Saft der Roten Beete eine heilkräftigende Wirkung bescheinigt.

Weshalb ist roh zubereiteter Rote Beete Saft besonders gesund?

Durch die Hitzeeinwirkung beim Garen gehen viele Nährstoffe der Powerknolle verloren. Um die gesundheitliche Wirkung optimal zu nutzen, empfehlen Ernährungsberater die Rohkost-Zubereitung. Hierbei eignet sich besonders der Saft der Roten Beete. Seine Vitalstoffe werden durch ihre hohe Bioverfügbarkeit vom Körper leicht aufgenommen.

Vital- und Nährstoffe der Roten Beete

Nicht nur in den Knollen sind große Mengen von wichtigen Nährstoffen enthalten. Auch die Blätter sind voll mit Vitalstoffen in hoher Konzentration1.

  • Vitamine: Provitamin A (Beta-Carotin), C, E, B1, B2, B3, B5, B7 (Biotin) und B9 (Folsäure)
  • Mineralstoffe: Calcium, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor, Selen, Schwefel, Chlorid
  • Spurenelemente: Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Chrom, Fluorid und Jod
  • wasserlösliche sowie wasserunlösliche Ballaststoffe
  • sekundäre Pflanzenstoffe
  • essentielle und nicht essentielle Aminosäuren
  • Antioxidantien und Oxalsäure

Die gesundheitsfördernde Wirkung des Rote Beete Saftes

Berichte über die heilende Wirkung der Roten Beete sind bereits um 2500 v. Chr. verzeichnet. In der römischen und griechischen Antike wurden Rote Beete gegen Infektionskrankheiten sowie Hautentzündungen angewandt und ab dem Mittelalter bei Blutkrankheiten verordnet.

Heute verdient der Saft der Roten Beete durch seine gesundheitsfördernden Eigenschaften mehr denn je die Auszeichnung Multitalent unter den Gemüsesäften. Zu den medizinisch anerkanntesten Wirkungsbereichen zählen folgende Bereiche.

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

Das in Roten Beeten enthaltene Nitrat wird in Zusammenhang mit Antioxidantien und Speichel in Stickstoffmonoxid umgewandelt, welches die Blutgefäße erweitert und entspannt. Sauerstoff sowie Nährstoffe können besser transportiert und die Blutzirkulation gefördert werden.

Ein halber Liter Rote Beete Saft täglich kann den Blutdruck bis 24 Stunden lang senken und stabilisieren2,3.

Herz-Kreislauf-Probleme und Herzkrankheiten

Neben Nitrat enthält die Rote Beete den Pflanzenstoff Betain. Es schützt vor Homocystein, einer giftigen Aminosäure, die beim Proteinstoffwechsel entsteht. Gemeinsam mit Folsäure kann Betain zusätzlich den Cholesterinspiegel senken.

Die Mineralstoffe Kalium und Magnesium können Herzrhythmusstörungen, Kammerflimmern sowie plötzlichem Herztod entgegenwirken.

Rote Beete Saft enthält zudem Oxalsäure, die in ihrer Funktion als Verdünnungsmittel für anorganische Kalkablagerungen im Körper wirkt. Dadurch können Arterienerkrankungen, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt und Schlaganfall vorgebeugt werden4.

Leber und Galle

Wieder ist es der Pflanzenstoff Betain, der den Rote Beete Saft zu einem Allzweckmittel, dem folgende Resultate zugesprochen werden.

  • Minderung von Fettansammlungen in der Leber
  • Reinigung der Leber von Giftstoffen durch erhöhte Entgiftungsenzyme
  • Reduzierung der Lebergröße
  • Anregung der Funktion der Leberzellen
  • Verringerung und Verdünnung der Gallenflüssigkeit
  • Freihaltung der Gallengänge
  • Kräftigung der Gallenblase

Schilddrüsenfunktion

Die Schilddrüse benötigt Jod, um Körperhormone zu produzieren. Ein Jodmangel kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Rote Beete Saft ist reichhaltig an Jod und kann ein solches Defizit ausgleichen. Menschen die an Struma leiden, sollten den Saft der Roten Beete keinesfalls verschmähen.

Leistungsvermögen

Rote Beete Saft hilft bei der Bekämpfung freier Radikale und fördert die körperliche Leistungsfähigkeit durch Bildung von Mitochondrien – Zellorgane, die aufgenommene Nahrung in Speicherenergie umwandeln. Eisen sowie Nitrat verbessert die Fließfähigkeit des Blutes. Dadurch werden Energie und Sauerstoff schneller an die Muskeln weitergegeben. Ein weiterer Effekt ist eine gesteigerte Funktion der Lunge.

Im Besonderen gelten die in Rote Beete Saft enthaltenen Nitrate als absoluter Power-Booster, der die sportliche Ausdauer fördert5.

Neben der körperlichen wird ebenfalls die geistige Leistungsfähigkeit durch den Saft der Roten Beete verbessert. Kalium stärkt die Nerven, Kupfer fördert die Konzentration und das durch Nitrat entstandene Stickstoffmonoxid erweitert die Blutgefäße im Gehirn.

Vor allem Senioren können davon profitieren, da mit zunehmendem Alter die körpereigene Stickstoffmonoxid-Produktion ebenso wie die Nervenaktivität und der Hirnstoffwechsel abnehmen6.

Verdauung und Gewichtskontrolle

Rote Beete Saft regt die Verdauung und Darmreinigung an. Die Mineralstoffe Kalium sowie Magnesium wirken Bauchschmerzen und Verstopfung entgegen. Zudem erhöht der Pflanzenstoff Betain die Magensäure, was zu einer besseren Kontrolle von Bakterien und Hefen führt und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie Blähungen vorbeugt.

In Bezug auf Gewichtsreduzierung wird durch die erhöhte Bildung von Mitochondrien der Fettstoffwechsel optimiert. Betain fördert zusätzlich den Abbau von Fettpölsterchen. Außerdem ist die Rote Beete ballaststoffreich und besitzt selbst als Saftzubereitung einen sättigenden Effekt bei nur 38 kcal pro 100g.

Schutz gegen Krebszellen

Die Inhaltsstoffe Beta-Carotin, Oxalsäure, Polyphenole sowie die Pflanzenstoffe Anthocyan, Flavonoid, Betain und Beta Cyan können das Wachstum von bösartigen Tumoren verhindern und das Krebsrisiko einschränken. Weiterhin schützt die antioxidative Wirkung von Rote Beete Saft die Zellen vor Sauerstoff-Radikalen und verbessert die Zellatmung7.

Tipp: Rote Beete Saft aus der Knolle und den Blättern, gemischt mit Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch oder Ingwer, soll die krebshemmende Wirkung noch verstärken.

Nebenwirkungen und Risiken beim Verzehr von Roten Beeten

Auch wenn die Rote Beete eine Fülle von positiven Wirkungen aufweist, gilt es auch, in speziellen Fällen beim Verzehr etwas Vorsicht gelten zu lassen. So können Urin sowie Darmausscheidungen durch den Farbstoff Betain eine rötliche Verfärbung aufweisen. Das kann zwar zu einem Schreck führen, ist im Allgemeinen aber harmlos.

Bei Personen mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit können Verdauungsstörung, Fieber oder Hautausschlag auftreten. Folgende Personengruppen sollten auf Rote Beete verzichten:

  • Menschen, deren Nieren zur Bildung von Nierensteinen neigen, da die in Roten Beeten enthaltene Oxalsäure dies begünstigen würde.
  • Hämochromatose-Patienten (erhöhter Eisengehalt im Blut).
  • Personen mit der Wilson-Krankheit (Kupferspeicherkrankheit).

Keine Angst vor Nitrat und Nitrit

Lange Zeit warnte die Gesundheitsforschung vor nitratreichen Nahrungsmitteln. Es bestand die Meinung, dass Nitrat vom Organismus in krebserregende Nitrosamine umgewandelt werden könne. Das konnten Forschungsergebnisse mittlerweile widerlegen.

Zudem wurde nachgewiesen, dass bei Lebensmitteln, die reich an Antioxidantien sind, Nitrat vom Körper nicht in Nitrit, sondern in wertvolles Stickstoffmonoxid (NO) umgesetzt wird8.

Rote Beete Saft selbst herstellen

Wie bei allen Gemüsesorten sind die Vitalstoffe der Roten Beete licht- sowie hitzeempfindlich. Industriell hergestellter Rote Beete Saft muss jedoch aus Zwecken der Haltbarkeit pasteurisiert (erhitzt) werden. Zusätzlich verliert er durch Lagerung und Lichteinflüsse weitere wertvolle Vitamine und Nährstoffe.

Rote Beete Mixer
Um Rohsaft der Roten Beete herzustellen, bedarf es lediglich einem Entsafter oder Mixer und etwas Vorarbeit. Bei der Verarbeitung ist es ratsam, Gummihandschuhe zu tragen und das Schneidebrett durch Auslegen von Backpapier vor dem roten Farbstoff zu schützen.

Anleitung und Hinweise

1. Blattstängel abdrehen, Knollen waschen und sauber bürsten. Schälen ist nur bei Roten Beeten mit harter Schale nötig.

2. Fruchtfleisch in Stücke schneiden und in den Entsafter oder Mixer füllen.

3. Werden einige Blätter hinzugegeben, erhöht das den Vitamin- und Mineralgehalt immens.

4. Mit Obst, Karotte oder Zwiebel lässt sich der Geschmack des Rote Beete Saftes variieren.

5. Für Genießer des puren Saftes verwandeln sprudelndes Mineralwasser und ein Spritzer Zitrone das Getränk in eine erfrischende Rote Beete Schorle.

Alternativ kann der Rote Beete Saft mit einem Pürierstab hergestellt und anschließend durch ein Wäschenetz oder Baumwolltuch gegossen und ausgedrückt werden.

Tipp: Achten Sie beim Einkauf auf kleine Knollen. Diese sind saftiger und süßlicher als die Großen.

Fazit

Der roh zubereitete Saft der Roten Beete ist lange kein Geheimtipp mehr. Ob als purer Power-Drink oder Smoothie-Mix, die wertvollen Inhaltsstoffe, die in der Knolle sowie den Blättern stecken, sind von anderen Gemüsearten nicht zu toppen.

Zu Recht werden Rote Beete als „Rotes Wunder“ bezeichnet. Denn allein der Pflanzenstoff Betain ist sonst nur in wenigen Lebensmitteln zu finden.

Wer auf Rote Beete Saft vertraut, fördert seine Gesundheit und verhilft dem Organismus kontinuierlich zu einer natürlichen, gesamtheitlichen Reinigung und Stärkung.

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