Gesundheit

Natürliches Antibiotikum – gute Alternative zu herkömmlichen Mitteln

Natürliches Antibiotikum

Weltweit werden immer mehr Antibiotika verschrieben. Obwohl diese Mittel lediglich bei bakteriellen Infektionen helfen und laut medizinischen Leitlinien so sparsam als möglich verordnet werden sollten, ist der Verbrauch in den letzten fünfzehn Jahren um rund 65 Prozent angestiegen.

Das hat sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft weitreichende Auswirkungen. Gibt es pflanzliche Alternativen und helfen diese natürlichen Antibiotika tatsächlich?

Was ist ein Antibiotikum?

Die Entdeckung der Antibiotika gilt zurecht als Meilenstein der modernen Medizin. Viele Krankheiten, die in früheren Zeiten regelmäßig zum Tode führten, können heute dank der antibiotisch wirksamen Substanzen gut behandelt werden.

Bei einem Antibiotikum handelt es sich letztendlich um ein Mittel, das gegen Bakterien wirksam ist. Diese Erreger verursachen, wenn sie an die falsche Stelle gelangen, diverse Infektionskrankheiten von der Nebenhöhlen- bis zur Lungenentzündung. Unbehandelt führen schwere bakterielle Infektionen meist zu Komplikationen. Unser Immunsystem ist gegen diese Krankheiten oft chancenlos.

Das Antibiotikum tötet die Bakterien entweder direkt ab oder hemmt ihr Wachstum und erleichtert unserem Immunsystem auf diesem Wege die Arbeit. Antibiotika, die Bakterien abtöten, werden bakterizid genannt, während Mittel, die das Wachstum der Bakterien hemmen, bakteriostatisch genannt werden.

Wird kein Antibiotikum verabreicht, vermehren sich die Bakterien unaufhörlich und verbreiten sich im Körper. Die befallenen Organe und Körperstrukturen entzünden sich und werden in ihrer Funktion stark eingeschränkt. Sind lebenswichtige Organe betroffen oder gehen die Bakterien ins Blut über, besteht Lebensgefahr.

Vor der Entdeckung der Antibiotika gab es keine adäquaten Mittel gegen derartige Erkrankungen. Lungenentzündungen und andere schwere bakterielle Infektionen führten regelmäßig zum Tode und waren gefürchtet. Seit Antibiotika flächendeckend eingesetzt werden, können diese Erkrankungen gut beherrscht werden.

Schattenseiten der Antibiotika

Auch wenn man den Eindruck bekommen kann, dass Antibiotika wahre Wundermittel seien, die in jedem Falle Leben retten könnten. Dem ist jedoch nicht so. Auch das Potential dieser Medikamente ist begrenzt. Darüber hinaus sind die Bakterien, die mit diesen Mitteln bekämpft werden, keineswegs chancenlos unterlegen.

Ausbildung von Resistenzen

Aufgrund kurzer Generationszeiten gelingt es ihnen recht schnell, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Bezogen auf die betrachteten Antibiotika bedeutet dies, dass Bakterien sich auch an diese anpassen und Resistenzen entwickeln können.

Derartige Resistenzen werden durch einen unsachgemäßen Einsatz der Antibiotika geradezu befeuert. Je häufiger Bakterien in Kontakt mit einem bestimmten Antibiotikum kommen und diesen Kontakt überleben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Resistenzentwicklung gegen diesen Wirkstoff.

Es ist anzumerken, dass nicht jedes Antibiotikum gegen jede Bakterienart wirksam ist. In unserem Körper leben, auch bei bester Gesundheit, Milliarden von Bakterien. Werden wir krank und nehmen ein antibiotisches Mittel ein, kommen all diese Bakterien mit dem Wirkstoff in Kontakt.

Das Antibiotikum wirkt jedoch nur gegen einen Teil dieser Bakterien, während alle anderen die Medikamentengabe überleben. Dabei hat die medizinische Forschung herausgefunden, dass verschiedenartige Bakterien untereinander Informationen austauschen können.

Verfügt ein einziges Bakterium über eine Mutation, die es resistent gegenüber einem bestimmten Wirkstoff macht, gibt es diese also nicht nur an seine Nachkommen weiter, sondern übermittelt sie mittels bakteriellem Gentransfer auch an andere Bakterien.

Nehmen wir nun sehr häufig Antibiotika ein, steigt die Wahrscheinlichkeit des Herausbildens resistenter Bakterienstämme, die gegenüber dem verabreichten Wirkstoff unempfindlich werden.

Mit der Zeit wirken die herkömmlichen Mittel nicht mehr. Es droht der Rückfall in die präantibiotische Ära. In einem gewissen Maße ist dieser Rückschritt bereits heute zu beobachten. Denn die Medizin wird immer stärker gegen multiresistente Keime machtlos.

Auswirkung auf die Darmflora

Eine weitere negative Folge häufiger Antibiotikagabe besteht in einer Beeinträchtigung der Darmflora. Ein Großteil der in unserem Körper lebenden Bakterien befindet sich im Darm. Diese Bakterien sind keineswegs schädlich, sondern erfüllen vielmehr vielfältige Aufgaben und tragen zu unserer Gesundheit bei.

So unterstützen sie etwa die Verdauung und haben einen Einfluss auf unser Immunsystem. Wird nun ein Antibiotikum verabreicht, tötet dieses alle Bakterien, die in seinem Wirkspektrum liegen. Es kann nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien differenziert werden.

Die für uns wichtigen Darmbakterien werden durch die Antibiotikagabe also ebenfalls in beträchtlichem Maße reduziert. Dies führt häufig zu Nebenwirkungen in Form von Durchfällen, Verdauungsbeschwerden und Übelkeit.

Nehmen wir häufig Antibiotika, besteht die Gefahr einer Fehlbesiedelung des Darms. Werden die guten Bakterien im Darm immer wieder abgetötet, kann es dort zu einer Ansiedlung schädlicher Bakterien kommen. Dies hat wiederum negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Natürliche Antibiotika als Alternative

Natürliche Antibiotika können durchaus eine Alternative zu den gängigen Mitteln darstellen. Auch ein großer Teil der heute eingesetzten antibiotischen Stoffe stammt aus der Natur. Das Penicillin beispielsweise, welches als erstes modernes Antibiotikum gilt, wird aus einem Schimmelpilz gewonnen.

Ebenso verhält es sich mit vielen anderen antibiotischen Mitteln. Nicht selten handelt es sich bei diesen um Stoffe, die von Pflanzen zur Abwehr von Bakterien produziert und eingesetzt werden. Diese Eigenschaften der Pflanzen kann der Mensch sich zunutze machen und die besonderen Stoffe als pflanzliche Antibiotika verwenden.

Die pharmazeutische Industrie verändert die Naturstoffe in der Produktion oder bildet diese künstlich nach. Anders wäre eine Massenproduktion von antibiotischen Medikamenten nicht möglich. Im Zuge dieser künstlichen Herstellung ursprünglich natürlicher Stoffe werden diese nicht selten verändert, um ihre Eigenschaften zu modellieren.

Die nachfolgend vorgestellten pflanzlichen Antibiotika hingegen werden meist so naturbelassen wie möglich verabreicht. Einige werden jedoch ebenfalls bereits industriell oder semi-industriell hergestellt.

Andere wiederum werden derzeit intensiv erforscht, um zu einem späteren Zeitpunkt in die Massenproduktion gehen zu können. Neben diesen existieren auch solche pflanzlichen Antibiotika, die nicht für die industrielle Produktion geeignet sind. Diese können meist in Naturform eingenommen werden.

Unterschiede zu herkömmlichen Mitteln

Hervorzuheben ist auch, dass es sich bei den natürlichen Antibiotika meist nicht um isolierte Stoffe, sondern um Stoffgemische handelt. Während herkömmliche Antibiotika meist nur gegen wenige Bakterien wirken, ist das Wirkspektrum ihrer pflanzlichen Pendants meist breiter.

Darüber hinaus sind einige dieser natürlichen Stoffgemische auch gegen andere Krankheitserreger wie Viren und Pilze wirksam. Aus diesem Grund ist der Begriff der „natürlichen Antibiotika“ nicht immer ganz zutreffend. Es handelt sich häufig eher um „natürliche Antiseptika“ oder „natürliche Antimikrobiotika“.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Einsatz natürlicher Alternativen nicht zur Resistenzbildung führt. Die Pflanzen, aus denen die natürlichen Wirkstoffe gewonnen werden, setzen diese seit Jahrtausenden ein, ohne dass Resistenzen beobachtet werden konnten.

Warum Bakterien keine Resistenzen gegen diese Stoffe entwickeln, ist nicht abschließend geklärt. Vermutlich liegt der Grund darin, dass es sich nicht um isolierte Stoffe, sondern um Gemische aus zahlreichen unterschiedlich wirksamen Stoffen handelt.

Bei lebensbedrohlichen oder schweren Erkrankungen sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden. In diesem Falle ist die Gabe eines modernen Antibiotikums sinnvoll und mitunter lebensrettend. Ein pflanzliches Antibiotikum ist hingegen nur bei leichteren Beschwerden sinnvoll einsetzbar.

Acht natürliche Antibiotika

Knoblauch

Natürliches Antibiotikum Knoblauch
Dem Knoblauch werden allerlei gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben. Im Labor konnte gezeigt werden, dass er auch gegen Bakterien wirksam ist1. Inwiefern diese Ergebnisse auf einen Einsatz im lebenden Organismus übertragen werden können, ist bisher jedoch nicht abschließend geklärt.

Verantwortlich für die Wirkung ist ein Stoff namens Allicin, der auch für den typischen Geruch des Knoblauchs sorgt. Als pflanzliches Antibiotikum wird Knoblauch vor allem bei leichteren Infektionen der oberen Atemwege eingesetzt.

Darüber hinaus gilt er als natürliches Heilmittel bei Vaginalinfektionen. Von dieser Anwendung ist heute aufgrund besserer Alternativen jedoch abzuraten.

Propolis

Propolis – auch bekannt als „Bienenkittharz“ – wird von Honigbienen genutzt und dient der Abriegelung des Bienenstocks. Dieser wird mit Propolis abgedichtet, um im Inneren eine konstante Temperatur zu erreichen, die von den Bienen benötigt wird. Medizinisch wertvoll sind vor allem die Flavonoide, die im Propolis enthalten sind.

Diese wirken bakteriostatisch und machen den Stoff somit zum natürlichen Antibiotikum2. Eingesetzt wird Propolis vor allem bei Infektionen im Mund- und Rachenraum. In Form von Salben kann es darüber hinaus auch bei Infektionen der Haut zum Einsatz kommen.

Bärentraubenblätter

Bärentraubenblätter enthalten Phenolglykoside, Gerbstoffe, Flavonoide und organische Säuren. All diese Stoffe sorgen für die antibiotische Wirkung3. Als Hauptwirkstoff gilt das Glykosid Arbutin, welches nachgewiesenermaßen desinfizierend wirkt.

Extrakte, die aus Bärentraubenblättern gewonnen werden, werden ausschließlich bei leichten Blasenentzündungen eingesetzt. In Apotheken sind Fertigarzneimittel erhältlich, die auf diesen Extrakten basieren.

Obwohl es sich bei diesen Mitteln um rein pflanzliche Antibiotika handelt, sollten sie nicht länger als eine Woche und nicht häufiger als fünfmal im Jahr eingenommen werden. Andernfalls besteht die Gefahr schwerwiegender Nebenwirkungen.

Salbei

Salbei wird heute in Form von Bonbons und Tees relativ häufig als unterstützendes Mittel bei Beschwerden im Mund- und Rachenraum verordnet. Darüber hinaus kommt die Pflanze als Gewürz in der Küche zum Einsatz. Tatsächlich sorgen die enthaltenen ätherischen Öle für eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung4.

Bei Rachen- und Halsentzündungen ist die Anwendung in Form eines Tees ebenso sinnvoll wie bei Zahnfleischentzündungen. Wichtig ist, bereits bei den ersten Symptomen mit der Behandlung zu beginnen.

Außerdem sollten Dosierungsanleitungen trotz des gewöhnungsbedürftig starken Geschmacks eingehalten werden. Bonbons sind indes nur als Unterstützung und nur in zuckerfreier Variante empfehlenswert.

Ringelblume

Die Ringelblume ist bereits seit Urzeiten als Heilpflanze bekannt. Sie enthält eine Vielzahl an wertvollen Stoffen, die nicht nur gegen Bakterien wirken. Auch gegen Viren und Pilze können die enthaltenen Pflanzenstoffe eingesetzt werden5.

Sinnvoll ist die Anwendung der Ringelblume vor allem bei Hautproblemen und -entzündungen. In Form von Salben wirkt sie desinfizierend und trägt so zur Heilung infizierter Haut bei.

Senföle (Meerrettich und Kapuzinerkresse)

Senföle sind die wohl interessantesten pflanzlichen Antibiotika. Ihr Potential wurde in verschiedenen Studien untersucht und bewiesen6. Folgerichtig sind mittlerweile auch Fertigarzneimittel erhältlich, die die wertvollen Pflanzenstoffe enthalten.

Der Mensch profitiert vor allem von der Vielfalt der enthaltenen Öle, die im Zusammenspiel gegen eine ganze Reihe von Krankheitserregern wirksam sind. So töten sie nicht nur Bakterien, sondern auch Viren und Pilze ab. Senföle sind also nicht nur natürliche Antibiotika, sondern auch natürliche Virostatika und natürliche Antimykotika.

Eingesetzt werden sie vor allem bei Nasennebenhöhlen- sowie Blasenentzündungen. Darüber hinaus sind sie auch bei viralen Erkältungskrankheiten und anderen leichten Infekten der oberen Atemwege wirksam. Außerdem können Senföle bei rezidivierenden Infekten eingesetzt werden.

Wer also häufig unter Blasen- oder Nebenhöhlenentzündungen leidet, kann von einer langfristigen Therapie mit den natürlichen Stoffen profitieren.

Aloe Vera

Die Aloe Vera ist eine traditionelle Heilpflanze, der zahlreiche Wirkungen nachgesagt werden. Ihr Saft wirkt antibakteriell7. Angewendet wird er äußerlich gegen bakterielle Erkrankungen der Haut. Darüber hinaus fördert die Pflanze die Wundheilung.

Teebaumöl

Beim Teebaumöl handelt es sich wieder um ein wahres Antiseptikum. Es tötet nicht nur Bakterien, sondern auch Viren, Pilze und Parasiten ab8. Angewendet wird es vor allem bei Infektionen der Haut.

Es sollte darauf geachtet werden, nur wenige Tropfen des stark wirksamen Öls anzuwenden, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Teebaumöl kann Cremes oder Shampoos bei Hautproblemen tropfenweise zugegeben werden. So fällt die Anwendung in der Regel leichter.

Fazit: Natürliches Antibiotikum als wertvolle Alternative

Vor allem bei leichteren bakteriellen Infektionen ist es nicht immer sinnvoll, direkt zu einem Antibiotikum zu greifen. Pflanzliche Alternativen wirken bei leichten Erkrankungen ebenfalls und beseitigen die Beschwerden auf schonendem Wege. Diese pflanzlichen Antibiotika sind meist sehr nebenwirkungsarm und führen anders als ihre chemischen Pendants nicht zu Resistenzen.

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