Gesundheit

Fußreflexzonenmassage – Trend oder langfristige Wirkung?

Fußreflexzonenmassage

Die wohltuende Wirkung einer Fußreflexzonenmassage ist unbestritten und erfreut sich daher zu Recht als alternative Wellness- und Therapiemethode großer Beliebtheit. Bei dieser Art der speziellen Fußmassage werden bestimmte Punkte im Bereich der Fußsohle aber auch des übrigen Fußes durch gekonnte Massagegriffe stimuliert. Ganz im Sinne der Fußreflexzonen Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin wirkt diese Therapieform nicht nur an den Füßen selbst, sondern im ganzen Organismus.

Diese Fernwirkung und der Organbezug der Fußreflexzonen sind zwar bis heute wissenschaftlich nicht exakt nachgewiesen. Die weltweiten empirischen Berichte vieler zufriedener Patienten lassen jedoch den Schluss zu, dass mithilfe einer Fußreflexmassage eine positive therapeutische Einwirkung auf unterschiedliche Organe und Organsysteme möglich sein könnte.

Geschichte der Fußreflexzonenmassage

Laut Praktizierenden besteht bei dieser Art von Massage eine Wechselwirkung der Fußreflexzonen zum gesamten Körper. Hierdurch soll eine ganzheitliche, sanfte Therapie von unterschiedlichen Befindlichkeitsstörungen oder körperlichen Einschränkungen ermöglicht werden.

Die Fußreflexzonentherapie kann als altbewährte Naturheilmethode bereits auf eine lange Tradition zurückblicken. In der asiatischen Medizin schon seit Jahrtausenden bekannt, gilt der Amerikaner William Fitzgerald, ein Arzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, als Begründer der westlichen Fußreflexmassage. Sein Wissen erlangte er durch eigenen Anschauungsunterricht bei Indianervölkern in Mittelamerika.

Die berühmteste deutschsprachige Repräsentantin der Fußreflexzonenmassage ist die Therapeutin Hanne Marquardt. Sie gründete ein Lehrinstitut zur Aus- und Weiterbildung von Fußreflextherapeuten.

Durchführung einer Fußreflexzonenmassage

An der Fußsohle werden die einzelnen Körperareale anatomisch zugeordnet. Diese Zuordnung ist jedoch nicht immer einheitlich, Abweichungen sind also durchaus möglich.

Während sich an den inneren Fußsohlen die Wirbelsäule mit ihren einzelnen anatomischen Abschnitten abzeichnet, befinden sich beispielsweise direkt hinter den Zehen Reflexzonen für Schilddrüse oder Lungenflügel. Geübte Therapeuten sollen durch die mögliche Druckempfindlichkeit bestimmter Fußreflexzonen auch diagnostische Rückschlüsse ziehen können.

Immer geht es bei einer Fußreflexzonenmassage darum, durch sanfte Druckpunktstimulation eine Umstellungstherapie zu erzielen und die jeweilige Organfunktion positiv zu beeinflussen. Es sollen ganz gezielt bestimmte Organzonen aber auch allgemein Körperfunktionen wie Immunsystem oder Lymphabfluss positiv stimuliert werden können.

Viele Patienten berichten von der überzeugenden und langanhaltenden Wirkung einer Fußreflexmassage1.

Fernöstliche Meridianlehre

Gemäß der fernöstlichen Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin ist der gesamte Organismus von energetischen Leitbahnen durchzogen, den sogenannten Meridianen. Über bestimmte Punkte sollen Störungen des Energieflusses mithilfe von Akupunktur, Akupressur oder durch Stimulation der Fußreflexzonen wieder behoben werden.

Ungleichgewichte können so beseitigt und Symptome wieder zum Verschwinden gebracht werden. Fußreflexzonen sind also nichts anderes als sensible Energiepunkte, Ansammlungen afferenter Nervenfasern, entlang des Meridianverlaufes.

Im Vergleich zu den Akupunkturpunkten an Rücken, Armen und Beinen gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied. Denn Grundlage für die Wirksamkeit und therapeutische Effizienz der Fußreflexzonenmassage ist die Vorstellung, dass einzelne Körperregionen, Organe und Organsysteme direkt auf energetischem Weg mit definierten Punkten an der Fußsohle in Verbindung stehen.

Die Fußreflexzonen sind also wie eine Art Landkarte des gesamten Körpers mit unterschiedlichen Zonen, in denen sich die einzelnen Organe widerspiegeln. Weltweit machen sich Therapeuten diese übergeordnete Lehre über die Fußreflexzonen für diagnostische, vor allem aber für therapeutische Zwecke zunutze.

Fußreflexzonen

Die Fußsohlen sind darüber hinaus ganz besonders sensibel, da sie von einem dichten Geflecht feinster Nervenbahnen durchzogen werden. Häufig werden auch die Fußinnenkanten behandelt, da sich in diesem Gebiet die gesamte Wirbelsäule abzeichnet. Von der Halswirbelsäule zwischen Ballen und Großzeh bis hin zu Lendenwirbelsäule und Kreuzbein am Übergang und im Bereich zur Ferse.

Der sogenannte Solarplexuspunkt, anatomisch etwa mittig gelegen am unteren Rand des Fußballens, sollte bei jeder Fußreflexzonentherapie stimuliert werden, um vorab den allgemeinen Energiefluss anzuregen.

Wirkung der Fußreflexzonenmassage

Im Laufe vieler Anwendungen rund um den Globus haben sich jedoch einige Indikationen herauskristallisiert, welche im Hinblick auf eine Fußmassage besonders interessant sind.

Schmerzen und Müdigkeit

Dazu gehören insbesondere Störungen des Lymphflusses, chronische Schmerzen am Bewegungsapparat, Muskelverspannungen, Schlafstörungen sowie nicht näher definierte Störungen des allgemeinen Wohlbefindens. Die Fußreflexzonentherapie wird heute vielfach auch als Präventionsmethode mit Erfolg eingesetzt.

Auch bei allgemeiner Erschöpfung, Wechseljahresbeschwerden oder Kopfschmerzen2 kann eine Fußreflexzonenmassage sehr hilfreich sein.

Bei korrekter Anwendung dieser sanften Therapiemethode ist üblicherweise nicht mit schädlichen Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen zu rechnen. Dennoch sollte eine Stimulierung der Fußreflexzonen bei Infektionen, akuten psychischen Krankheiten oder Risikoschwangerschaften besser unterbleiben.

Behandlung des vegetativen Nervensystems

Durch das breite Indikationsspektrum ist ein Therapieversuch mit dieser bewährten Naturheilmethode fast immer zu empfehlen. Die noch wenigen wissenschaftlichen Nachweise für die Wirkung der Fußreflexzonenmassage beziehen sich vor allem auf die Stimulation des vegetativen Nervensystems3.

Denn Patienten berichten übereinstimmend davon, dass selbst chronische Schmerzen etwa bei Migräne oder Gefühlsstörungen gut gebessert werden können4.

Bei Patienten mit unheilbaren chronischen Erkrankungen mit Beteiligung des Nervensystems, beispielsweise Parkinson oder Multiple Sklerose, vermag die Fußreflexzonenmassage eine nachhaltige Linderung von Symptomen zu verschaffen.

Wichtige Hinweise

Eine besonders einfache, aber dennoch wirksame Form der Fußreflexzonenmassage, ohne dass es dazu eines Therapeuten bedarf, ist Barfußlaufen. Hierbei werden die Fußreflexzonen durch wechselnde Untergründe wie etwa Sand, Kies oder Rasen stimuliert.

Wahl des Therapeuten

Wann immer es jedoch um eine gezielte Stimulation bestimmter Körperzonen, also beispielsweise Magen, Halswirbelsäule oder Leber geht, ist das Hinzuziehen eines Therapeuten für Fußreflexzonen erforderlich.

Darüber hinaus muss in jedem Einzelfall abgeklärt werden, ob beim jeweiligen Krankheitsbild eine Fußreflexzonenmassage als ergänzende alternativmedizinische Maßnahme hilfreich ist oder nicht.

Aufgrund der Fernwirkungen auf Organe und Organsysteme sollte die Fußreflexzonentherapie nur von geschulten Therapeuten durchgeführt werden. Während der gesamten therapeutischen Sitzung ist eine Interaktion zwischen Therapeut und Patient erforderlich.

Dabei setzt der Therapeut mit seinen Fingern gezielte therapeutische Griffe vor allem im Bereich der Fußsohle. Durch den mechanischen Reiz wird dadurch Druck auf die jeweiligen Reflexzonen ausgeübt. Neben der Fernwirkung wird dadurch auch die örtliche Durchblutung am Fuß gesteigert.

Individuelle Behandlung

Manchmal muss der Druck auf die einzelnen Reflexzonen gesteigert oder reduziert werden. Einige Areale sind für Patienten auch derart druckschmerzhaft, dass sie entweder gar nicht oder nur ganz sanft bearbeitet werden können.

Ähnlich wie bei anderen Reflexzonentherapien werden alle Organe und Strukturen bestimmten Bereichen der Körperoberfläche zugeordnet. Vor der eigentlichen Durchführung sollten die Füße daher zunächst gründlich inspiziert werden.

So werden Abweichungen von der normalen Fußstellung festgestellt und in den Behandlungsablauf mit einbezogen. Mit feinfühligen, kreisenden oder streichenden Bewegungen durch Zeigefinger oder Daumen werden die gewünschten Reflexzonen sanft massiert. Um gegebenenfalls einen stärkeren Druck auszuüben, können auch die Fingerkuppen oder Nägel zum Einsatz kommen.

Dauer der Behandlung

Je nach Grifftechnik kann die Wirkung entweder anregend, tonisierend oder eher beruhigend, also sedierend sein. Um hartnäckige Verhärtungen einzelner Organbereiche der Fußreflexzone nachhaltig zu lösen, sind mitunter mehrere therapeutische Sitzungen erforderlich.

Patienten sollten immer etwas Zeit mitbringen, da in der Regel beide Füße behandelt werden und ein zeitlicher Aufwand von mindestens 30 Minuten erforderlich ist. Um die gewünschten Effekte zu erzielen, sind in der Regel 6-12 Sitzungen im wöchentlichen Abstand sinnvoll.

Fazit

Von einer Fußreflexzonenmassage können sowohl Menschen mit akuten als auch chronischen Erkrankungen profitieren. Denn die allgemeine Stimulation von Organen, Immunsystem und vegetativem Nervensystem kann verschiedene Heilungsprozesse in Gang setzen. Als alternativmedizinische Therapiemethode konzentriert sich die Fußreflexzonenmassage insbesondere auch auf eine Langzeitwirkung.

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