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Was essen bei einer Magen-Darm-Grippe?

Essen bei einer Magen Darm Grippe

Eine schlimme Magen-Darm-Grippe, die mit starkem Durchfall und Erbrechen einhergeht, kann einen Menschen über mehrere Tage komplett lahmlegen. In manchen Fällen haben Betroffene das Gefühl, überhaupt nichts mehr bei sich behalten zu können und nehmen in dieser Zeit daher lediglich noch ein wenig Wasser zu sich. Doch die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle dabei, die Magen-Darm-Grippe zu bezwingen.

Egal wie intensiv die Magen-Darm-Probleme auch sind, in diesem Artikel werden wir Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Verdauung mithilfe der richtigen Ernährung und einer angemessenen Verhaltensweise wieder in den Griff bekommen.

Was versteht man unter einer Magen-Darm-Grippe?

In der Fachsprache wird eine Magen-Darm-Grippe als Gastroenteritis bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Traktes, die durch verschiedene Erreger hervorgerufen werden kann und sich als Brechdurchfall bemerkbar macht. Mit einer echten Grippe, der Influenza, hat die Magen-Darm-Grippe jedoch nichts zu tun.

In der Regel ist ein solcher Magen-Darm-Infekt vor allem unangenehm und nicht bedrohlich, jedoch kann es im Verlauf auch zu einem gefährlichen Flüssigkeitsverlust kommen.

Wie entsteht eine Magen-Darm-Grippe?

Über 90% der Erkrankungen in Deutschland werden durch Noroviren, Rotaviren, Campylobacter oder Salmonellen hervorgerufen1.

Die Übertragungswege sind dabei sehr unterschiedlich. Während Rotaviren vor allem über eine Schmierinfektion – zum Beispiel durch fehlendes Händewaschen nach dem Toilettengang – übertragen werden, kann man sich mit dem Norovirus zusätzlich über die sogenannte Tröpfcheninfektion anstecken.

Daher gelten die Noroviren als besonders leicht übertragbar. Salmonellen und Campylobacter hingegen werden meist über die Nahrungsmittel aufgenommen. Rohmilchprodukte, nicht vollständig durchgegartes Hackfleisch oder rohe Eier sind mögliche Infektionsquellen.

Bis sich die ersten Symptome der Erkrankung zeigen, vergehen mehrere Stunden bis Tage. Die Erreger reizen die Schleimhäute in Magen und Darm, wodurch eine Entzündung entsteht. Die Magen-Darm-Grippe macht sich dann meist zunächst durch Übelkeit bemerkbar. Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen folgen. Auch können Kopfschmerzen und Fieber hinzukommen.

Darmgesundheit

Eine gesunde Darmflora verhindert Krankheiten, beugt Allergien vor, filtert giftige Stoffe aus der Nahrung heraus und bildet Vitamine für den Körper. Und das ist nur ein Ausschnitt der vielen Aufgaben, welche die „guten Bakterien“ im Darm übernehmen.

Bei einer Magen-Darm-Grippe wird die Darmflora durch die Reizung der Darmschleimhaut geschädigt, worunter der gesamte Körper erheblich leidet.

Auch in der hektischen Wettbewerbsgesellschaft von heute wird die gesunde Funktion des Darms oftmals durch zu viel Stress und zu wenig Bewegung beeinträchtigt, wodurch die Regeneration der Darmgesundheit erschwert wird. Deshalb sind bei der Magen-Darm-Grippe Ruhe und Erholung das A und O.

Das gilt sowohl für die Zeit während der Krankheit als auch in den Wochen und Monaten danach. Denn eine geschädigte Darmflora benötigt viel Zeit, um wieder vollständig zu verheilen.

Zur Bewegung werden regelmäßige Spaziergänge bei frischer Luft empfohlen – selbstverständlich erst, wenn man sich dafür wieder fit genug fühlt. Aber auch durch probiotische Lebensmittel oder die Zuführung von Probiotika als Nahrungsergänzung kann der Aufbau einer gesunden Darmflora unterstützt werden.

Ernährung bei einer Magen-Darm-Grippe

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Bei Durchfall verliert der Körper viel Flüssigkeit. Der Körper versucht dabei, die Viren und Bakterien wieder loszuwerden. Daran bemerkt man, dass der Körper mit allen Kräften und Mitteln gegen die Krankheit ankämpft. Um ihn dabei zu unterstützen, ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dies fördert den Entgiftungsprozess und hilft dabei, einem gefährlichen Flüssigkeitsverlust bzw. einer Dehydrierung vorzubeugen.

Wasser trinken
Nach jedem Stuhlgang oder Erbrechen sollte man jedoch eine Weile warten, bevor man wieder trinkt, denn danach braucht der Magen etwas Ruhe, um sich zu erholen. Man sollte ihm daher mindestens eine Viertelstunde Ruhepause gönnen.

Zur allgemeinen Flüssigkeitsaufnahme eignen sich stilles Wasser und lauwarmer Tee aus Heilpflanzen wie Anis, Fenchel und Kamille. Doch der Körper verliert bei der Magen-Darm-Grippe nicht nur Flüssigkeit, sondern auch die grundlegenden Mineralstoffe.

Auf den Elektrolythaushalt achten

In der Apotheke kann man sich spezielle Elektrolytlösungen kaufen, um den Verlust auszugleichen. Man kann sich eine solche Lösung auch selbst mischen. Hierzu benötigt man lediglich Wasser, Zucker, Salz und Orangensaft.

WHO-Trinklösung

Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es ein eigenes Rezept für eine Trinklösung bei Durchfall. In einen Liter Wasser gibt man hierzu2:

  • 13,5g Glucose
  • 2,9g Natriumcitrat
  • 2,6g Natriumchlorid
  • 1,5g Kaliumchlorid

Um solch eine Lösung behelfsmäßig selbst herzustellen, rühren Sie 1 Teelöffel Zucker, 3/4 Teelöffel Salz (z.B. Kochsalz, Meersalz oder Himalayasalz) in einen halben Liter Orangensaft und einen halben Liter Wasser ein.

Als empfohlene Trinkmenge dieser Lösung gelten 40 ml pro kg Körpergewicht innerhalb von 24 Stunden3.

Alternativ dazu liefert auch Reiswasser Mineralstoffe, Antioxidantien und Vitamine.

Um Reiswasser zu erhalten, gibt man wenig Reis in viel Wasser und lässt ihn so lange wie üblich kochen. Am Ende wird der gekochte Reis aussortiert und nur das Wasser getrunken. Wenn man möglichst viel Reiswasser gewinnen möchte, darf man ruhig bis zu zehnmal so viel Wasser wie Reis nehmen.

Schonkost für den Magen

Während der Magen-Darm-Grippe sollte man die Ernährung nie gänzlich einstellen. Stattdessen gilt es, die Ernährung anzupassen. Tatsächlich sind bei einer Magen-Darm-Grippe mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sehr vorteilhaft.

Bei der Wahl entsprechender Nahrungsmittel sollten Sie vor allem auf Ihren Körper hören und darauf achten, was Ihnen bekommt und was nicht.

Apfel essen
Bei manchen Menschen und bestimmten Magen-Darm-Viren wirkt Apfel zum Beispiel wahre Wunder. Das Pektin im Apfel ist bekannt dafür, im Magen-Darm-Trakt Giftstoffe und auch manche schädlichen Bakterien an sich zu binden und sie auf diese Weise unschädlich zu machen.

Am Anfang der Krankheit sollte der Apfel zunächst nur in geriebener oder pürierter Form verzehrt werden. Auch Apfelsaft kann einen entsprechenden Effekt haben. So haben kanadische Forscher bei Kindern mit einem leichten Magen-Darm-Infekt hier eine positive Wirkung nachgewiesen, die sogar der Elektrolytlösung überlegen war4.

Um den Durchfall zu lindern, eignet sich wiederum Reis. Zudem liefert er viele wertvolle Nährstoffe und kann wie bereits erwähnt als nahrhaftes Reiswasser dem Körper sowohl Flüssigkeit als auch Mineralstoffe liefern.

Altbewährt: Schleimsuppe mit Haferflocken

Haferschleim ist reich an B-Vitaminen und anderen Nährstoffen. Gleichzeitig beruhigt Haferschleim einen gereizten Magen.

Dazu lässt man etwa 20 Gramm Haferflocken in einem Liter Wasser zehn Minuten lang köcheln und schmeckt die Suppe zum Schluss mit Salz ab. Wenn die Verdauung komplett streikt und alle anderen Mittel versagen, führt kein Weg an der Schleimsuppe vorbei.

Ebenfalls gut und schonend für den Magen: Suppe und Brei

Eine leichte Gemüsesuppe mit Karotten eignet sich ebenso für die Ernährung bei einem Magen-Darm-Infekt. Auch pürierte Kartoffeln bzw. mit Wasser zubereiteter Kartoffelbrei kann in dieser Zeit hilfreich sein.

Milchprodukte können den Magen während der Krankheit überreizen, doch bei manchen Menschen helfen sie auch, die Krankheit zu überstehen. Vor allem Jogurt, Buttermilch und Dickmilch können sich günstig auswirken. Auf jeden Fall sind diese Nahrungsmittel im späteren Verlauf der Krankheit und in der Zeit danach nützlich, um die Darmflora wiederherzustellen.

Verzichten sollten Sie eher auf „angeblich hilfreiche Mittel“ wie Cola und Salzstangen, da der Durchfall damit sogar noch schlimmer und der Magen zusätzlich gereizt werden kann.

Nach der Magen-Darm-Grippe

Sind die Symptome der Magen-Darm-Grippe abgeklungen, eignen sich Bananen, gekochte Möhren, Kartoffeln und Reis, um den Körper wieder zu Kräften kommen zu lassen. Auch Zwieback und getoastetes Brot dürfen wieder gegessen werden.

Nach und nach kann der Speiseplan wieder erweitert werden. Doch man sollte zunächst auf leicht verdauliche Speisen vertrauen. Speisen, die sehr scharf, stark gewürzt, fettig, sehr heiß oder zu kalt sind, sind zunächst besser zu vermeiden. Auch blähendes Gemüse wie Zwiebeln und Bohnen sind für den Darm in dieser Zeit noch unbekömmlich.

Auch kann man den Aufbau der gesunden Darmflora in der Zeit nach der Magen-Darm-Grippe mit Probiotika unterstützen. Hilfreiche Bakterienstämme ersetzen dabei die schlechten Bakterien und verhindern deren erneute Einnistung. Auch Viren und Pilze werden dadurch aus der Darmschleimhaut vertrieben.

Fazit

Eine Magen-Darm-Grippe ist eine sehr unangenehme Erkrankung, die den Körper schwächen kann. Wichtig ist es daher, den Körper bei der Entgiftung zu unterstützen und ihn durch geeignete Nahrungsmittel und ausreichendes Trinken wieder zu stärken.

In der Regel ist ein Magen-Darm-Infekt nach ein paar Tagen ausgestanden und die Symptome sind nicht mehr bemerkbar. Auf eine entsprechende Schonung sollte jedoch auch im Nachhinein geachtet werden, damit die Darmflora sich erholen kann, was für eine gesunde Verdauung, die Versorgung mit Nährstoffen und für das Immunsystem sehr wichtig ist.

Beachten Sie auch unsere Tipps für den Neuaufbau der Darmflora nach einer Magen-Darm-Grippe sowie unseren Erfahrungsbericht zu SynBiotik Vital Aktiv.

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