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Darmfreundliche Ernährung – vermeiden Sie diese Lebensmittel

Lebensmittel vermeiden

Darmfreundliche Ernährung – vermeiden Sie diese Lebensmittel!

Der Darm ist ein komplexes Organ in unserem Körper. Besonders die Darmflora ist ganz entscheidend dafür, ob der Darm richtig arbeiten und funktionieren kann. Dabei versteht man unter der Darmflora ein sehr sensibles System aus verschiedenen Bakterien und anderen Mikroorganismen.

Wenn das empfindliche Gleichgewicht der Darmflora gestört ist, spiegelt sich dies schnell im Alltag wieder. Das Wohlbefinden ist stark eingeschränkt, wenn der Darm nicht mitspielt. Verstopfung, Durchfall oder Blähungen können die unangenehmen Folgen sein.

Diese Lebensmittel sollten vermieden werden

Ist die Darmflora aus ihrer natürlichen Balance gebracht, braucht es oftmals lange Zeit, bis sich diese wieder einpendeln kann. Eine Schonkostdiät kann dabei hilfreich sein.

Um solche Probleme am besten gleich zu vermeiden, ist es sinnvoll, sich von vorneherein richtig zu ernähren. Doch welche Nahrungsmittel schädigen unsere Darmflora am meisten?

Übersicht der für die Darmflora schädlichen Lebensmittel, die es zu vermeiden bzw. einzuschränken gilt:

  • Gluten
  • Milchprodukte
  • Kaffee
  • Alkohol
  • Kohlenhydrate
  • Zucker
  • Fette
Auch Antibiotika haben einen schädigenden Effekt auf die Darmflora.

Gluten vermeiden

Gluten sind Eiweiße, die unseren Organismus schädigen und das Wohlbefinden einschränken können, wenn sie in zu großen Mengen verzehrt werden. Meist schleichen sich dann im Laufe der Zeit Durchfälle ein, da die Darmflora mit diesen Eiweißen maßlos überfordert ist.

Doch wer Gluten nicht verträgt, hat nicht unbedingt Zöliakie. In den meisten Fällen handelt es sich nur um eine Sensitivität gegenüber Gluten. Um den Darm zu schonen, sollten daher Nahrungsmittel mit einem übermäßigen Gehalt an Gluten vermieden werden.

Milchprodukte auf ein Minimum reduzieren

Viele Menschen leiden an Verdauungsproblemen, wenn sie Milchprodukte in hohen Mengen zu sich nehmen. Das Milcheiweiß kann eine stopfende, aber auch verschleimende Wirkung haben. Auch hier liegt nicht unbedingt eine Laktoseunverträglichkeit vor. Von Durchfall bis Verstopfung ist bei Milchprodukten einfach alles möglich – hier reagiert jeder Mensch individuell.

Wer sich nicht sicher ist, ob der eigene Darm auf Milchprodukte reagiert, kann einen Selbsttest durchführen und diese Nahrungsmittel für einen Zeitraum von drei Wochen aus dem Speiseplan streichen. Wenn sich das Wohlbefinden steigert, dann ist auch schon die Wurzel des Übels gefunden.

Kaffee ist nicht immer förderlich

Kaffee gilt zwar als Wachmacher und wird wegen seiner anregenden Wirkung geschätzt. Aber Koffein hat auf den Darm einen eher negativen Effekt. Der Stoffwechsel wird durch Kaffee enorm auf Touren gebracht, was mit einer abführenden Wirkung einhergehen kann. Vor allem in den Morgenstunden kann sich dies bemerkbar machen.

Doch hier scheiden sich die Geister auch in der Wissenschaft. Während die einen Studien belegen, dass die Darmtätigkeit auf ein Maximum angehoben wird, zeigen andere Untersuchungen das Gegenteil1.

Alkohol ist ein Nervengift

Alkohol ist nicht nur für den gesamten Organismus schädlich, sondern auch ganz speziell für die Darmflora. Wer schon einmal zu tief ins Glas geschaut hat, weiß, dass man sich am nächsten Tag nicht besonders gut fühlt. Bei übermäßigem und dauerhaftem Konsum kann es zu einer Störung der Darmflora kommen2, die sich sowohl in Verstopfung als auch in Durchfällen zeigen kann.

Kohlenhydrate besser wählen

Die Darmflora hat bei der Zufuhr von Kohlenhydraten einiges zu tun. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen kurz- und langkettigen Kohlenhydraten. Kurzkettige Kohlenhydrate, die zum Beispiel in Zucker, Weißbrot oder Milch enthalten sind, werden schnell verdaut. Im Gegensatz zu langkettigen Kohlenhydraten, die sich beispielsweise in Haferflocken oder Hülsenfürchten finden, unterstützen sie den Darm in seiner Funktion kaum.

Die Lebensmittel mit komplexen Kohlenhydraten enthalten zusätzliche Ballaststoffe, die sehr gut für die Verdauung sind und die Darmgesundheit positiv beeinflussen. In zu großen Mengen eingenommen, führen sie jedoch unter Umständen zu Blähungen, da sie Luft im Darm bilden. Das richtige Maß ist also hier ganz entscheidend.

Zuckerkonsum einschränken

In Zucker sind vor allem kurzkettige Kohlenhydrate enthalten. Wenn Zucker in hohen Mengen verzehrt wird, dann bildet sich der ideale Nährboden für sogenannte „schlechte“ Bakterien im Darm. Diese vermehren sich dort schnell und bringen so die Darmflora aus dem Gleichgewicht.

Fett ist nicht gleich Fett

Hier ist zu unterscheiden zwischen gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Vor allem gesättigte Fettsäuren, die sich in Fleisch und anderen tierischen Produkten finden, sind entzündungsfördernd und ungesund für den Darm. Einfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Oliven- oder Rapsöl enthalten sind und mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, sind nicht nur gesünder, sondern auch besser für den Darm.

Dabei ist auch stets auf das richtige Verhältnis der Fette zu achten. Es sollten beispielsweise maximal fünfmal so viele Omega-6-Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren aufgenommen werden. Um die zugeführte Menge an Omega-3-Fettsäuren zu steigern, eignen sich Fischsorten wie Makrele oder Lachs, aber auch Rapsöl. Der Anteil dieser Fettsäuren in billiger Margarine ist jedoch häufig viel zu gering.

Antibiotika und seine Folgen

Natürlich sind Antibiotika keine Lebensmittel, sondern Arzneimittel. Sie sind aber einer der größten Feinde der Darmflora3. Wer schon mal Antibiotika einnehmen musste, weiß um die umfangreiche Wirkung dieser Medikamentengruppe.

Antibiotika greifen nicht nur die gesundheitsschädlichen Keime an, sondern eben auch die guten Bakterien im Darm. Antibiotika können zum Beispiel wasserartige Stühle zur Folge haben. Deswegen sollte begleitend bzw. im Anschluss an eine Antibiotikakur stets mit Probiotika gearbeitet werden.

Was sollte stattdessen gegessen werden?

Ernähren Sie sich möglichst ausgewogen und abwechslungsreich. Frisches Obst und Gemüse gehören täglich auf den Speiseplan. Auch Vollkornprodukte mit Ballaststoffen sind sinnvoll. Kochen Sie möglichst frisch und verzichten Sie auf Fertigprodukte.

Mit präbiotischen Lebensmitteln unterstützen Sie die guten Darmbakterien. Präbiotische Ballaststoffe finden sich beispielsweise in Chicorée, Topinambur und Artischocken.

Probiotika* eignen sich besonders, um eine geschädigte Darmflora zum Beispiel nach einer Antibiotikaeinnahme wiederaufzubauen.

Aber auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme unterstützt den Darm gezielt. Hierzu sollten Sie mindestens zwei Liter Wasser am Tag trinken. Gesunde Tees ohne Zuckerzusatz sind ebenfalls eine Alternative.

Fazit

Schonen Sie Ihren Darm und Ihre Darmflora und versuchen Sie, sich möglichst darmfreundlich zu ernähren. Verzichten Sie unbedingt auf eine überflüssige Einnahme von Antibiotika.

Sollten Sie aufgrund einer Erkrankung, die auf eine bakterielle Infektion zurückgeht, doch auf Antibiotika angewiesen sein, dann tun Sie Ihrem Darm im Anschluss etwas Gutes, indem Sie ihn mit Schonkost und Probiotika wiederaufbauen. Eine darmfreundliche Ernährung wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus und wird Ihr Wohlbefinden schnell steigern!

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