Gesundheit

Blutzucker messen – so funktioniert’s mit dem Messgerät

Blutzucker messen

Die Glukose ist ein sehr wichtigster Energielieferant des menschlichen Körpers. Denn sowohl Gehirn als auch Nierenmark und Blutkörperchen sind auf eine ausreichende Zuckerversorgung angewiesen, um reibungslos funktionieren zu können.

In der Medizin gilt der Blutzuckerwert als wichtiger Indikator für gesundheitliche Probleme. So kann ein dauerhaft erhöhter Wert darauf hinweisen, dass ein Patient unter Diabetes mellitus leidet – in diesem Fall ist die regelmäßige Blutzuckermessung besonders wichtig. Um den Blutzucker messen zu lassen, müssen die Betroffenen aber nicht jedes Mal zum Arzt gehen. Sie können die Kontrolle auch zu Hause durchführen, sollten dabei jedoch einiges beachten.

Was ist der Blutzuckerwert eigentlich?

Der Blutzucker gibt an, wie hoch der Anteil an Glukose im Blut ist, wodurch viele Organe mit Energie versorgt werden. Weil Glukose in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, kann sie beispielsweise das Gehirn mit Energie versorgen.

Falls der Blutzuckerspiegel im menschlichen Körper aus dem Lot geraten ist, kann das langfristig massive gesundheitliche Folgen haben. Ist der Blutzuckerspiegel zu niedrig, vermindert dies unter Umständen die Gehirnleistung. Weitere Folgen können Schweißausbrüche, zittrige Hände, eine verstärkte Ausschüttung von Adrenalin und sogar Krampfanfälle sein. Im Extremfall kann ein lebensbedrohlicher Schock die Folge von Unterzuckerung sein.

Ein zu hoher Blutzuckerspiegel dagegen ist ein Anzeichen für Diabetes mellitus. Leiden Patienten dauerhaft unter einem zu niedrigen oder zu hohen Blutzuckerspiegel, müssen sie regelmäßig den Blutzucker messen – nur dann lässt sich die richtige medizinische Therapie finden.

Welche Werte gelten als normal?

Die Normalwerte liegen beim Menschen in nüchternem Zustand bei 70 bis 99 mg/dl, nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit sollte der Blutzuckerspiegel maximal 160 mg/dl betragen. Dieser Wert sollte zwei Stunden nach der Mahlzeit auf unter 140 mg/dl gesunken sein.

Folgende Kriterien hat die Weltgesundheitsorganisation 2006 aufgestellt, um Diabetes einzustufen:

EinstufungNüchternblutzuckerBlutzuckerwert zwei Stunden nach dem Essen
Normal< 110 ml/dl< 140 ml/dl
Abnorme Nüchternglukose (IFG)110 – 126 mg/dl< 140 mg/dl
Gestörte Glukosetoleranz (IGT)< 126 mg/dl140-200 mg/dl
Diabetes mellitus> 126 mg/dl> 200 mg/dl

Warum Blutzucker messen?

Für die Patienten kommt die Diagnose Diabetes meist sehr überraschend, weil diese Erkrankung, im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt, oft erst nach Folgeerkrankungen wie etwa einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt gestellt wird.

Bestimmte Risikogruppen sollten deshalb schon im Vorfeld regelmäßig ihren Blutzucker messen, um gesundheitliche Probleme rechtzeitig erkennen zu können. Zu diesen Risikogruppen gehören:

  • Menschen mit Übergewicht
  • Menschen mit erhöhten Blutfettwerten
  • Menschen mit hohem Blutdruck

Ohne Blutzuckermessung ist die Diagnose gerade bei Diabetikern mit Diabetes Typ 2, auf die etwa 95 Prozent aller Zuckerkranken entfallen, schwierig. Der Grund: Hierbei ist das Symptombild äußerst unspezifisch. Die Betroffenen leiden oft unter Hunger, Müdigkeit, Verstimmungen oder Gewichtszunahme.

Diabetes vom Typ 1 hingegen äußert sich anhand von typischen Symptomen, die auch ohne Messung des Blutzuckers auf eine Zuckerkrankheit schließen lassen. Dazu gehören ein großes Durstgefühl und verstärkter Harndrang sowie eine plötzliche Gewichtsabnahme.

Sobald die Diagnose Zuckerkrankheit gestellt ist, müssen die betroffenen Patienten sowohl ihre Lebensgewohnheiten umstellen als auch einen exakten Therapieplan befolgen.

Ein wichtiges Element der Therapie ist die selbstständige Kontrolle des Blutzuckers. Vor allem für Zuckerkranke, die Insulin spritzen müssen, ist es unerlässlich, dass sie täglich den Blutzucker messen, weil von diesem Wert die tägliche Insulindosis abhängt. Diese regelmäßige Kontrolle ist insofern wichtig, als die Betroffenen ihre Ernährungsgewohnheiten besser anpassen und Folgeerkrankungen vermeiden können.

Gemessen werden sollte der Blutzucker mindestens ein- bis zweimal wöchentlich, wenn der Wert außerhalb des Normbereichs liegt, wird hingegen eine tägliche Messung empfohlen.

Den Blutzucker richtig messen

Zwar gibt es mehrere Möglichkeiten für die Blutzuckermessung, beispielsweise kann im medizinischen Labor ein zu niedriger oder zu hoher Wert auch im Urin nachgewiesen werden. Doch für die heimische Kontrolle haben sich Blutzuckermessgeräte etabliert. Mittels einer Stechhilfe entnimmt der Betroffene Blut, das vom Messgerät analysiert wird.

Die Betroffenen sollten dabei übrigens auf ein möglichst neues Gerät zurückgreifen, weil diese mittlerweile annähernd eine Messgenauigkeit wie ein medizinisches Labor erreichen1. Das gilt zumindest, wenn keine Fehler bei der Blutzuckermessung gemacht werden. Im Zweifelsfall sollten sich die Betroffenen das richtige Messen vom Arzt ausführlich erklären lassen.

Darauf kommt es beim Blutzuckermessen an:

Schritt 1: Hände waschen

Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife2, am besten mit warmem Wasser, damit die Durchblutung angeregt wird. Anschließend müssen Sie die Hände gut abtrocknen, damit keine Wasserreste den Tropfen Blut verdünnen können.

Wenn Sie die Blutdruckmessung unterwegs vornehmen, können Sie auch Wasser aus einer Trinkflasche und anschließend ein Taschentuch zum Abtrocknen verwenden.

Schritt 2: Das Entnehmen des Blutes

Sobald Sie die Verschlusskappe der Stechhilfe abgenommen haben, setzen Sie eine neue Lanzette in die Stechhilfe ein. Unter Umständen ist es nötig, dass Sie die Stechhilfe mittels einer Spannvorrichtung spannen, bevor Sie den Einstich vornehmen.

Das Blut entnehmen Sie übrigens am besten am kleinen Finger, dem Mittel- oder Ringfinger, weil diese bei alltäglichen Vorrichtungen seltener gebraucht werden als Daumen oder Zeigefinger.

Schritt 3: Das Einführen des Teststreifens

Entnehmen Sie der Dose einen neuen Teststreifen, den Sie in das Messgerät stecken, wodurch dieses aktiviert wird. Falls Sie eine neue Packung Teststreifen öffnen, muss das Messgerät unter Umständen neu codiert werden.

Schritt 4: Das Piksen

Weil der Einstich an dieser Stelle weniger schmerzhaft ist, sollten Sie die Stechhilfe seitlich an die jeweilige Fingerkuppe drücken und daraufhin den Auslöser betätigen.

Wenn nicht genug Blut kommt, können Sie die Fingerkuppe sanft drücken oder den Finger zur Kuppe hin mit leichtem Druck ausstreichen.

Schritt 5: Das Auftragen des Blutes

Mit dem Blutstropfen nähern Sie sich dem Streifen vorsichtig, sodass dieser das Blut ansaugt. Keinesfalls sollte der Tropfen mit dem Streifen verwischt werden, weil darunter die Saugfähigkeit leidet. Bei einigen Geräten können Sie aber nachdosieren.

Schritt 6: Das Ergebnis

Im Blutzucker-Tagebuch notieren Sie anschließend den gemessenen Wert zusammen mit Datum und Uhrzeit. Hilfreich ist es auch, wenn Sie zusätzlich notieren, wodurch der Wert beeinflusst worden sein könnte.

Seit einigen Jahren gibt es übrigens auch Geräte, die den Wert ohne Stechen ermitteln können. Messgeräte mit Teststreifen sind allerdings noch weiter verbreitet und gelten als genauer.

Fazit

Vor allem Risikogruppen sollten regelmäßig ihren Blutzucker messen. Sofern der Blutzucker nicht dauerhaft zu hoch oder zu niedrig ist, reicht es aus, die Blutzuckermessung ein- bis zweimal wöchentlich durchzuführen, Zuckerkranke müssen täglich messen.

Sofern Sie keine Fehler machen und die Messung korrekt durchführen, können Sie eine Messgenauigkeit erreichen, die nahezu der eines medizinischen Labors entspricht.