Ernährung

Aroniabeere – Gesunde Beere mit großer Wirkung

Die Aroniabeere rückt immer stärker in den Fokus der Wissenschaft. Als Superfood ist sie in den letzten Jahren auch in der Gunst Ernährungsbewusster deutlich gestiegen. Heute wird sie dank ihres Nährstoffreichtums zuhauf in Smoothies und Säften verzehrt.

Als Nahrungsmittel genutzt wird sie indes erst seit dem 20. Jahrhundert. In Polen und Russland zählt sie zu den Heilpflanzen, während sie hierzulande noch ein medizinisches Schattendasein fristet.

Aroniabeere – kurze Einführung

Die Aroniabeere ist hierzulande auch als Apfelbeere bekannt und wird erst seit wenigen Jahren als Superfood und Trendzutat geschätzt. Ursprünglich stammt die den Rosengewächsen zugeordnete Pflanze aus dem Osten Nordamerikas, wo sie als ein bis zwei Meter hoher Strauch wächst. In Deutschland wird sie vor allem in Sachsen, Brandenburg und Bayern angebaut.

Aroniabeeren sind kleine schwarze Früchte, die meist wachsartig überzogen sind und hinsichtlich Form und Größe an Erbsen erinnern. Botanisch lassen sich verschiedene Arten der Apfelbeere unterscheiden. Besonders beliebt sind Aronia arbutifolia und Aronia melanocarpa.

Aufgrund des hohen Flavonoidanteils in ihrer Schale sind die Beeren gegenüber Schädlingen sehr resistent. Auch anderen äußeren Einflüssen gegenüber sind sie weitgehend unempfindlich.

Als Obst werden die süß-säuerlich-herb schmeckenden Aroniabeeren, die geschmacklich mit Heidelbeeren vergleichbar sind, erst seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts angebaut.

Verantwortlich für die obstbauliche Nutzung der Apfelbeeren ist Iwan Mitschurin, der die Pflanze durch Kreuzung veredelt und anschließend mit dem Anbau begonnen haben soll.

Aroniabeere in der Ernährung

Verzehrt werden Aroniabeeren meist in getrockneter Form, in der sie Rosinen ähneln, zu Konfitüre verarbeitet oder als Zutat in Fruchtsmoothies. Auch als Saft werden Aroniabeeren gerne verzehrt.

Im Kontext der allgemeinen Zunahme des Gesundheitsbewusstseins hat die Apfelbeere mittlerweile den Status eines „Superfoods“ erlangt. Aufgrund ihres Nährstoffreichtums wird sie in letzter Zeit also immer häufiger konsumiert.

Rezept: Aroniasmoothie mit Banane, Apfel und Chia-Samen

Die Zubereitung eines Aroniasmoothies ist denkbar einfach. Für ein Glas benötigen Sie lediglich folgende Zutaten:

  • Einen TL gemahlene Aroniabeeren
  • Eine Banane
  • Einen Apfel
  • Einen TL Chia-Samen
  • 250 ml Wasser

Nachdem der Apfel gewaschen und vom Kerngehäuse befreit wurde, wird er zusammen mit der von der Schale befreiten Banane und allen weiteren Zutaten in einen Smoothiemixer gegeben. Nach weniger als einer Minute erhalten Sie einen gesunden Aronia-Smoothie.

Nährstoffe der Aroniabeere

Bisher sind zahlreiche Inhaltsstoffe der Aroniabeere bekannt, die sich positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken. Hierzu zählen neben vielen Vitaminen und Mineralstoffen vor allem unterschiedlichste sekundäre Pflanzenstoffe.

Flavonoide

Flavonoide fanden in diesem Artikel bereits als schützender Faktor der Aroniabeere Erwähnung. Bei diesen Stoffen handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die im menschlichen Körper als Antioxidantien wirken.

Sogenannte freie Radikale, hochreaktive Sauerstoffatome, können das Erbgut schädigen und somit zahlreiche Erkrankungen begünstigen. Antioxidantien binden diese schädlichen Sauerstoffatome und schützen den Körper dadurch.

Darüber hinaus wirken Flavonoide gefäßschützend. Sie werden ferner in der Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt, da sie den Blutdruck senken und sich positiv auf die Schlagkraft des Herzens auswirken.

Auch zur Entwässerung des Körpers, zur Krampflösung bei Magen-Darm-Beschwerden und als Mittel gegen Leberprobleme werden Flavonoide erfolgreich eingesetzt.

In Studien konnten außerdem antiallergische, entzündungshemmende, antibakterielle, antivirale und antikanzerogene Wirkungen nachgewiesen werden. Teilweise wurden diese Wirkungen jedoch nur in vitro, also nicht am lebenden Organismus, festgestellt.

Folsäure

Folsäure wird vom Körper benötigt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Aufnahme von 300 Mikrogramm Folsäure pro Tag. Frauen mit Kinderwunsch sollten hingegen 550 Mikrogramm pro Tag aufnehmen, da ein Folsäuremangel zu Fehlbildungen von Neugeborenen führen kann.

Folsäure wirkt zudem Arteriosklerose entgegen. In den USA und in Kanada ist die Beimengung von Folsäure zum Weizenmehl gesetzlich vorgeschrieben, um einem Folsäuremangel vorzubeugen. Seit der Vorschrift konnte ein merklicher Rückgang der Fehlbildungen bei Neugeborenen beobachtet werden.

Anthocyane

Anthocyane sind für die dunkelblaue Färbung von Pflanzen verantwortlich. In vitro konnten stark antioxidative Eigenschaften festgestellt werden. Darüber hinaus werden diesen Pflanzenfarbstoffen positive Effekte auf die Sehkraft und die Gefäße zugeschrieben.

Inwieweit diese Effekte im Körper tatsächlich erreicht werden, ist nicht bekannt. Die Bioverfügbarkeit der Anthocyane ist gering, d.h. der Körper kann nur einen kleinen Teil der aufgenommenen Anthocyane tatsächlich verwerten.

Zudem enthalten Aroniabeeren die folgenden Vitamine

  • Vitamin A
  • Vitamin B2
  • Vitamin K
  • Vitamin C

Wirkung der Aroniabeere

Bei welchen Krankheiten und Beschwerden kann die Aroniabeere eine positive Wirkung entfalten?

Verminderung oxidativen Stresses bei Brustkrebspatienten

Aroniabeere Wirkung
Eine Studie konnte zeigen, dass Fruchtextrakte der schwarzen Aroniabeere (Aronia melanocarpa) den oxidativen Stress, der durch Operationen oder Chemotherapien bei Brustkrebspatienten hervorgerufen wird, deutlich verringern können1. Als oxidativer Stress wird eine Lage des Stoffwechsels bezeichnet, in der besonders viele schädliche, hochreaktive Sauerstoffverbindungen entstehen.

Die Studie wurde in vitro, d.h. im Reagenzglas, durchgeführt. Ob dieser Effekt auch beim lebenden Menschen auftritt, ist bisher nicht bekannt. Dennoch sind die Studienergebnisse für die wissenschaftliche Forschung interessant und geben Anlass, die Wirkungen der Aroniabeere und ihrer Bestandteile weiterhin zu erforschen.

Positive Beeinflussung des Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus vom Typ 2 entsteht vor allem bei fettleibigen Menschen. In der Folge der Erkrankung entwickeln sich häufig Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Letztere stellen die häufigste Todesursache in Deutschland dar. Vorbeugen lässt sich unter anderem durch eine Verbesserung der Blutfettwerte.

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass Aroniaprodukte in der Lage sind, diese Blutfettwerte positiv zu beeinflussen. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass auch der Blutzuckerspiegel bei Diabetikern durch die Aufnahme von Aroniasaft langfristig günstig beeinflusst werden kann2.

Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ein positiver Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden3. Besonders in der Prävention sind Aroniaprodukte sehr wirkungsvoll.

So schützen sie nicht nur vor erhöhten Blutfettwerten, sondern wirken auch dem Verklumpen von Blutplättchen entgegen, schützen vor dem negativen Einfluss freier Radikale und senken den Blutdruck. Insgesamt vermindern sie so einige Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich.

Hemmung des Zellwachstums von Dickdarmkrebszellen

Antikanzerogene Wirkungen der Aroniabeere wurden bisher nur in Bezug auf Darmkrebs untersucht. Es konnte nachgewiesen werden, dass das Wachstum von Dickdarmkrebszellen durch die Wirkstoffe der Aroniabeere gehemmt wird2.

Da weitere Untersuchungen noch ausstehen, ist es jedoch nicht sinnvoll, alleine auf ein natürliches Heilmittel zu setzen. Bei Krebs ist eine ärztliche Behandlung zwingend notwendig. Aroniabeeren können in Absprache mit dem behandelnden Arzt lediglich ergänzend eingenommen werden.

Schutz der Magenschleimhaut

Entzündungen der Magenschleimhaut können viele Ursachen haben. So begünstigen sowohl die Einnahme von Schmerzmitteln als auch oxidativer Stress die Entstehung der Gastritis.

In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass Aroniasaft effektiv vor einer Magenschleimhautentzündung in Folge der Einnahme des Schmerzmittels Indomethacin schützt4. Aroniasaft regt die Schleimproduktion im Magen an und schützt so vor Verletzungen der Magenschleimhaut.

Positive Wirkung bei Arteriosklerose

In Osteuropa gilt die Aronia als Heilpflanze. Ihre Beeren werden dort unter anderem zur Behandlung der Arteriosklerose eingesetzt2. Durch die Verringerung oxidativen Stresses ist tatsächlich ein günstiger Einfluss auf diese Erkrankung möglich.

Arteriosklerose entsteht durch die Ablagerung von Fett, verklumpten Blutplättchen, Bindegewebe und Kalk in den Blutgefäßen. Neben der gefäßschonenden Wirkung der Aronia ist also auch das Verhindern des Verklumpens von Blutplättchen als möglicher Wirkfaktor gegen Arteriosklerose zu nennen.

Entzündungshemmende Wirkung der Apfelbeere

Aroniabeeren wirken entzündungshemmend. Schwellende Entzündungen beeinflussen nicht nur unser Wohlbefinden, sondern auch unsere Gesundheit. Dabei ist nicht jede Entzündung von außen sichtbar.

Häufig handelt es sich um kleinere Prozesse im Inneren des Körpers, die wir nicht bemerken. Die Inhaltsstoffe der Aroniabeere unterdrücken diese Prozesse und wirken sich damit positiv auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus5.

Leberschützende Wirkung der Aronia

Eine Studie aus dem Jahr 2004 legt den Schluss nahe, dass Aroniasaft die Leber schützen kann6. In einem Tierversuch konnte die Leber von Ratten durch die Gabe von Aroniasaft vor einer Schädigung durch einen Giftstoff geschützt werden.

Obwohl der Versuch nicht beweist, dass diese Wirkung auch beim Menschen existiert, ist das Ergebnis der Studie vielversprechend und zeigt das Potential der Aroniabeere auf.

Antimutagene Wirkung

Als Mutagene werden Stoffe bezeichnet, die das Erbgut verändern. Im Alltag sind wir ständig mutagenen Stoffen ausgesetzt – so entstehen beispielsweise beim starken Erhitzen von Lebensmitteln sog. Nitrosamide, die zu den Mutagenen zählen. Auch UV-Strahlung und Zigarettenrauch wirken mutagen.

In einer Studie wurde nachgewiesen, dass Aroniasaft die Nitrosaminbildung im Magen von Ratten hemmen kann. Außerdem konnte eine Studie belegen, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Aronia die schädliche Wirkung anderer Mutagene, sogenannte aromatischer Kohlenwasserstoffe, hemmen können7.

Vorsicht: Nebenwirkungen der Aroniabeere

Die Aroniabeere enthält sogenannte cyanogene Glycoside. Bei diesen handelt es sich um Giftstoffe, die im Körper gespalten werden, wobei unter anderem Blausäure entsteht. Kleinere Portionen roher Aroniabeeren können laut Max-Rubner-Institut problemlos verzehrt werden.

Werden die Früchte vor dem Verzehr erhitzt, ist auch regelmäßiger Aroniakonsum unbedenklich, da die Menge der Giftstoffe durch die Hitze reduziert wird. Wer unter Eisenmangel leidet, sollte die Beeren nur nach ärztlicher Absprache verzehren, da Inhaltsstoffe der Aronia die Blutbildung beeinträchtigen können.

Aroniabeeren kaufen

Beim Kauf von Aroniabeeren sollte immer auf die Qualität geachtet werden. Wer frische Aroniabeeren ohne gesundheitsschädliche Zusätze erwerben möchte, findet in Reform- und Biowarenläden meist ein breites Angebot. In der Hauptsaison nehmen vereinzelt auch Supermärkte Aroniaprodukte in ihr Angebot auf.

Beliebt sind neben frischen Beeren auch Aroniasaft und Aroniakonfitüre. Bei den beiden letztgenannten Produkten sollte darauf geachtet werden, dass den Beeren kein Zucker zugesetzt wurde. Wer ein absolut natürliches Produkt erwerben will, achtet zudem auf das Fehlen von Geschmacksverstärkern und anderen Zusatzstoffen.

Fazit

Die Aroniabeere ist ein gesundes Lebensmittel, das in verschiedensten Formen verzehrt werden kann. Studien konnten darüber hinaus zahlreiche gesundheitliche Wirkungen der unscheinbaren Beere nachweisen.

Vor allem die enthaltenen Antioxidantien sind für die mannigfaltigen Wirkungen verantwortlich. Besonders im Hochsommer, der Aroniasaison, eignen sich frische Beeren als kleiner Snack zwischendurch – aufgrund des Blausäuregehalts jedoch nur in Maßen oder in abgekochter Form.

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